Drehstoßtechnik


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Technikschwerpunkte


Um die Drehstoßtechnik zu verstehen und deren Schwerpunkte zu erkennen, ist ein "anderes Kugelstoß- denken" nötig. In jeder Phase muss immer das Gesamtsystem (Athlet- Kugel) betrachtet werden. Die zu Beginn erzeugte Rotationsenergie wird einmal von oben nach unten und dann umgekehrt verlagert. Je extremer dies gelingt, um so positiver wird die Auswirkung auf das Endergebnis. Auch durch diese technischen Anforderungen kommt es zu einer starken Schwankung der Kugelgeschwindigkeit vor der Endbeschleunigungsphase. Unmittelbar vor der Endbeschleunigungsphase liegt die Geschwindigkeit der Kugel bei einigen Athleten fast bei Null! Dies erfordert sehr gute reaktive Fähigkeiten des Sportlers, um die fast ruhende Kugel auf relativ kurzem Weg mit Hilfe des stark rotatorisch vorbeschleunigten Körpers des Athleten auf die Abfluggeschwindigkeit zu beschleunigen (Ergebnis: hohe Muskelvorspannung).

Unterschiede der Kugelgeschwindigkeit bei beiden Techniken




Phaseneinteilung


1. Phase
Aus der Startposition wird meistens eine Auftaktbewegung entgegen der eigentlichen Drehrichtung ausgeführt, um den Weg des Andrehens zu verlängern.



2.Phase

In dieser Zweibeinstützphase wird der Drehimpuls des Gesamtsystems (Athlet+Kugel) erzeugt. Die Geschwindigkeit wird durch die Fähigkeiten und technischen Fertigkeiten des Athleten limitiert, sie sollte aber möglichst hoch sein.



3. Phase

Die Übergangsphase zwischen der Zweibeinstützphase (2. Phase) und der 4. Phase schafft die Bedingungen (Vorspannung in der Hüfte und des Schwungbeins), um die darauf folgende Phase optimal absolvieren zu können.



4.Phase

In dieser Phase besteht das Ziel den bestehenden Drehimpuls hauptsächlich in die unteren Extremitäten zu verlagern. Dabei sollte es am Ende zu einer Verwringung zwischen oberen und unteren Teil des Gesamtsystems (Athlet+Kugel) kommen. Außerdem sollte dabei die anfängliche Körpervorlage in eine Körperrücklage umgekehrt werden (Trapez). Dadurch kann der Abstoßwinkel stark beeinflusst werden. Der rechte Fuß sollte beim "Sprintschritt" relativ hoch über dem Ring geführt werden, um dann genügend Zeit zu haben, dass der linke Fuß beim Setzen des rechten Fußes das rechte Bein gerade überholen kann. Der rechte Fuß sollte nie mit der Ferse aufsetzen, um aktiv weiter drehen zu können. Der linke Fuß sollte aktiv zum Balken weiter drehen.



5. Phase

Der linke Arm wird immer vor dem Setzen des linken Fußes aktiv in Stoßrichtung herausgeschleudert. Dadurch wird die Kugelbeschleunigung noch etwas verzögert. Durch das Abbremsen des linken Fußes/Beines wird der Drehimpuls auf die Hüfte übertragen. In der Hauptbeschleunigungsphase spielen reaktive Fähigkeiten eine wesentliche Rolle. Über den linken Fuß und das Bein wird die vorhandene Vorwärtsbewegung (Translation) durch sprunghaftes Strecken abgebremst und zusätzlich in Drehbewegung (Rotation) umgewandelt. Das rechte Bein muss ebenfalls sprungartig nach vorn-oben arbeiten. Dadurch kommt es zu einer starken Beschleunigung der rechten Hüfte in Stoßrichtung. Durch die fast ruhende Kugel (Trägheit) kommt es zur extremen Vorspannung zwischen Hüfte - Schulter - Oberarm - Handgelenk. Diese extrem hohe Muskelspannung ermöglicht den relativ kurzen, aber sehr stark beschleunigenden Ausstoß der Kugel.



6. Phase

Das Abfangen erfolgt umsprungartig. Der Athlet landet auf dem rechten Fuß, dreht weiter und sollte unbedingt schnellstens den Körperschwerpunkt absenken.



Das Trapez


Die entscheidenden Situationen in der Bildreihe sind:


1. Das Überholen des Standbeines durch das Schwungbein.

2. Das Setzen des linken Fußes am Balken.


Welche wichtigen Informationen offenbart das Trapez?

1. Wie weit wird die Kugel zwischen diesen beiden Situationen nach vorn gebracht?

2. Wird die Kugel zwischen diesen beiden Punkten gesenkt oder gehoben?


Welche Bedeutung haben diese beiden Informationen?

zu 1. Je weiter die Kugel nach vorn gebracht wird, um so flacher wird der Ausstoßwinkel und der Ausstoßweg verkürzt sich auch.

zu 2. Wenn die Kugel gesenkt wird, kann es durch höhere Muskelvorspannung die beim Ausstoß auftretenden reaktiven Kräfte noch erhöhen (Konter).


Wie erlernt man diese Technik?

Wer Anregungen zum Erlernen der Drehstoßtechnik wünscht, sollte sich eins dieser beiden Zeitschriftenausgaben besorgen. Darin findet ihr meine Gedanken, die ich mit Unterstützung von Klaus Bartonietz und Werner Goldmann veröffentlichte. Dort könnt ihr nachlesen, wie man langfristig mit jungen Sportlern diese Technik erlernen kann.




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