Drehstoßtechnik


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Trends, Denkanstöße



Ergebnis WM-Kugelstoß der Männer Peking 2015

Das Ergebnis ist ein weiterer Sieg für die Drehstoßtechnik - Gold und Bronze für die Dreher. Ganze zwei Angleiter unter den Endkampfteilnehmern, die beide aus Europa kommen. Das Ergebnis zeigt wieder einmal, dass nur in Europa die Drehstoßtechnik scheinbar keine echten Erfolge bringt (bester europäischer Dreher erreicht 7. Platz).
August 2015


WM 2015 Peking
Bei der diesjährigen WM in Peking erwarte ich einen packenden Zweikampf im Kugelstoßen der Männer zwischen D. Storl und J. Kovacs. Beide haben gezeigt, dass sie die Fähigkeiten haben 22 m zu stoßen. Es werden die Tagesform und sicher auch die Wettkampferfahrung eine Rolle beim Ausgang des Wettkampfes spielen. Bei Wettkampferfahrung und auch der optimalen Vorbereitung auf einen Höhepunkt sehe ich D. Storl im Vorteil.
August 2015


Thomas Schmitt

Die wilden Spekulationen über seine überraschende Leistungssteigerung auf 21,35 m sind aus meiner Sicht unbegründet. Im Drehstoß gibt es schon immer große Leistungssteigerungen, die aus Sicht der Angleittechnik nicht möglich sind. Diese Geschichte kommt mir doch sehr bekannt vor!!! Thomas Schmitt hat bei seinem Stoß (21,35 m) zwei Positionen erreicht, die technisch hervorragend sind: 1. Kurz vor der eigentlichen Ausstoßbewegung berührt seine linke Hand den rechten Ellenbogen. Also hält er die linke Seite optimal zurück. Übrigens, so extrem habe ich dies noch nie gesehen. 2. Während des Ausstoßes bleibt die Rotationsachse vorbildlich an der linken Körperseite (Siehe Bilder).
März 2015


Hallen-EM 2015
Nach dem Sieg der Ungarin Morton (Dreher) bei der Hallen-EM in Prag könnte es vielleicht auch einen quantitativen und auch qualitativen Fortschritt der Drehstoßtechnik im Frauenbereich geben.

März 2015



EM 2014
Das Kugelstoßergebnis der Männer von Zürich (drei Angleiter auf dem Treppchen) zeigt deutlich wie unterentwickelt der Drehstoß nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa ist.
September 2014



Hallen-WM 2014
Der Ablauf des Kugelstoßwettkampfes der Männer dieser Hallenweltmeisterschaft war vergleichbar mit dem der Freiluft-WM in Moskau 2013. Nur die Rollen waren vertauscht. Beide Favoriten hatten die Voraussetzungen die 22 m - Marke übertreffen zu können. R. Withing blieb entspannt genug, um sich auf die Technik zu konzentrieren und nutzte seine Möglichkeiten zu einen 22 m-Stoß. Wogegen D. Storl hauptsächlich mit Hilfe der Kraft versuchte, weiter zu stoßen. Dadurch war der technische Ablauf nicht optimal, um ebenfalls 22 m stoßen zu können.
März 2014



Hallen-WM 2014
Zum WM-Finale unterm Hallendach halte ich es für möglich, dass wir vielleicht gleich zwei Athleten erleben dürfen, die die 22 m - Marke übertreffen. R. Whiting und D. Storl
März 2014



Dopingandeutungen
Die Sprecher der deutschen Medien ließen keine Gelegenheit aus, Dopingvermutungen gegen den Ausnahmesprinter U. Bolt in die Welt hinaus zu posaunen. Ich habe diese öffentlichen, aber unbewiesenen Anschuldigungen sofort für einen Fehler gehalten. Da Deutschland auch so einen Überflieger hat (David Storl), war die Retourkutsche schon fast vorprogrammiert. Die indirekten Dopingandeutungen von C. Cantwell gegen D. Storl im Internet sind genauso billig und belegen aber andererseits, dass auch US-Spitzenkugelstoßer nicht immer auf dem neuesten Stand des Wissens über den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln und der Trainingsmethodik sind.
Es ist sehr wohl möglich mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln (legale Mittel) zur richtigen Zeit und der richtigen Menge in Verbindung mit der richtigen Trainingsgestaltung zum Wettkampfhöhepunkt eine entsprechende Leistungssteigerung zu erzielen.

September 2013




WM 2013 Moskau
Obwohl David Storl eine eher durchwachsene Saison bis zur WM hatte, war er dennoch in der Lage genau zum richtigen Zeitpunkt die "besondere Leistung" zu erzielen.
Dagegen verstanden es die Amerikaner (Dreher) nicht ihre sehr guten Vorleistungen auch im WM-Wettkampf zu bestätigen. Der einzige Versuch von R. Whiting, der technisch relativ gut gelungen war, war der Erste. Alle weiteren Versuche endeten im Krampf.
August 2013



Olympia 2012 London
Gerät der amerikanische Drehstoß in die Sackgasse?

Ausgehend von den Ergebnissen des Kugelstoßes der Olympischen Spiele von London im Vergleich zu vorherigen internationalen Meisterschaften erscheint die Idee der Sackgasse plausibel. Betrachtet man aber die einzelnen Teilnehmer des nordamerikanischen Kontinents differenziert, kommt man auf verschiedene Ergebnisse.

  • Die Vertreter der Kraftvariante des Drehstoßes (Ch. Cantwell und D. Armstrong) entwickelten sich in der letzten Zeit in Richtung Sackgasse. Die offensichtlich hohen Kraftfähigkeiten wurden im koordinativen Bereich zum Hinternis.
  • Bereits 2007 konnte der Vertreter der Fitnessvariante, R. Hoffa den Weltmeistertitel erringen und ist heute noch, 6 Jahre später, in der Lage mit fast dem gleichen Technikablauf die Bronzemedaille zu gewinnen. Dies belegt, dass diese Technikvariante auch über einen längeren Zeitraum erfolgreich angewendet werden kann und für aufstrebende junge Kugelstoßer empfehlenswert ist.
  • Ein weiterer Teilnehmer des Finales der Kugelstoßentscheidung von London war R. Whiting, der auch die Fitnessvariante bevorzugt. Er wurde im Winter Hallenweltmeister in Istanbul (22,00 m). Er zählte eigentlich dadurch mit zu den Favoriten für London. Doch gesundheitliche Probleme während der Vorbereitung auf Olympia (längere Wettkampfpause) verhinderten größere Leistungen. August 2012



Hallen-WM 2012 in Istanbul

In Istanbul gab es einen sehr interessanten Wettkampf um den Sieg. Der Zweikampf zwischen Gleitern und Drehern wurde auf höchstem Niveau geführt. Die beiden relativ jungen Vertreter der jeweiligen Zunft konnten ihre überlegene Fitness in Verbindung mit guter Technik gegen den Rest der Teilnehmer deutlich ausspielen. Da Ryan und auch David je zwei ähnlich weite Spitzenstöße im Verlauf des Wettkampfes zeigten, kann man auch nicht von einem Zufalls- oder Glücksstoß sprechen, mit dem der Wettkampf für den Drehstoßer entschieden wurde. Ich hoffe und wünsche, dass Beide gesund bleiben und sich optimal für die bevorstehenden Olympischen Spiele vorbereiten können. Bei mir steigt die Vorfreude auf die Kugelstoßentscheidung in London, wo ich einen ähnlich interessanten Wettkampf auf noch höherem Niveau erwarte. April 2012




WM 2011 in Daegu

Als absolut überzeugter Drehstoßfan hoffe ich natürlich bei solchen Großereignissen, dass die Siegweite mit der Drehstoßtechnik erzielt wird. Dabei wurde ich bei WM und auch bei Olympischen Spielen in der Vergangenheit selten enttäuscht. Die Drehstoßer überzeugten fast immer mit besserer Fitness im Gegensatz zu den Angleitern. Bei der WM in Berlin ging auch ein Drehstoßer als Sieger vom Platz, aber mit der Kraftfariante des Drehstoßes. Bei dieser Technikfariante ist in den letzten Jahren zu beobachten, dass die Fitness etwas vernachlässigt wurde. Im Gegensatz dazu wurde der Sieger von Daegu als Angleiter zur optimalen Fitness geführt (Reaktivkraft der Fußstrecker). Dadurch war es ihm möglich mit seinem relativ geringen Körpergewicht für einen Angleiter in diese Leistungsregion vorzustoßen. Damit hat die Fitness gegen die Kraft gesiegt - deshalb kann auch ich mich darüber freuen.
Der Sieg von David Storl sollte deshalb ein Umdenken in der Kugelstoßmethodik allgemein und besonders im Drehstoß auslösen!
September 2011



Gewagte Aussage

In einigen wissenschaftlichen Abhandlungen findet man die Aussage, dass der Weitenverlust, der aus einem relativ kleinen Abstoßwinkel der Kugel resultiert, durch eine höhere Abfluggeschwindigkeit, die durch günstigere Arbeitsbedingungen bei niedrigem Ausstoßwinkel möglich wird, kompensiert werden kann und darüber hinaus sogar Weitengewinn ermöglicht.
Diese Aussage halte ich für sehr gewagt und sogar teilweise irreführend. Es muss eindeutig geklärt sein, in welchen Bereichen des Abstoßwinkels (von-bis °) dieser Effekt möglich ist und wieviel Geschwindigkeitsgewinn bei relativ niedrigen Abstoßwinkeln erzielt werden kann.

Die Ergebnisse der WM in Berlin beweisen eigentlich das Gegenteil (Cantwell und Lyzhin -positiv, aber Hoffa und Nelson-negativ). Bei Cantwell und Lyzhin kommt noch die größere Abstoßhöhe dazu, die in der Weite etwa das Gleiche bringt, wieviel sie höher ist! Januar 2011

Ergebnisse WM Berlin

Sportler Leistung
m
Abstoßgesch.
m/s
Abstoßwinkel
°
Abstoßhöhe
m
Cantwell C. 22,03 14,0 37,8 2,29
Majewski T. 21,91 13,8 39,3 2,43
Bartels R. 21,37 14,0 33,6 2,12
Hoffa R. 21,28 14,0 34,4 2,06
Nelson A. 21,11 14,1 32,9 2,05
Lyzhin P. 20,98 13,6 39,2 2,22




Deutschland
In den letzten Jahren hat sich nun endlich auch in Deutschland einiges in Richtung Drehstoß entwickelt. Diese insgesamt positive Entwicklung wurde leider durch die offensichtlich konservative Kugelstoßdenkweise von Trainern und auch Athleten gebremst. Der praktische Beleg dafür ist in dem Abstand der Standstoßleistung zur Drehstoßleistung zu finden. Wer etwa zwei Meter Abstand schafft, nutzt die Möglichkeiten des Drehstoßes eigentlich nicht, denn die Besten schaffen über vier Meter. In diesen Fällen sollte man nachdenken, ob man methodisch oder/und technisch auf dem richtigen Weg ist. Januar 2011



Pirouettenprinzip
Seit einigen Jahren spukt das „Pirouettenprinzip“ in sogenannten wissenschaftlichen Abhandlungen über den Drehstoß hauptsächlich in Deutschland und Europa völlig grundlos umher. Darüber nachzudenken ist doch o.k., aber man sollte dies erstmal leise tun. Mir ist bekannt, dass es dazu auch Versuche gab, die bald wieder abgebrochen wurden, da die erhofften Ergebnisse ausblieben. Kann auch nicht anders sein, da genau das umgekehrte Prinzip (Körperteile mit Absicht weit weg von der Drehachse zu führen) im Drehstoß eine sehr wesentliche Rolle spielt. Am besten kann man dies an der Technik von Adam Nelson belegen. Adam beginnt mit weit von sich gestrecktem linken Arm viel Rotationsenergie zu erzeugen. Danach nutzt er das gestreckte linken Bein im weiten und hohen Bogen schwingend, um den Oberkörper optimal zurückhalten zu können. Zu Beginn des Ausstoßes schwingt er wieder den gestreckten linken Arm mit hohem Tempo in Stoßrichtung heraus, um die rechte Stoßschulter noch verzögern zu können. In keiner Phase seiner Technik spielt das Pirouettenprinzip eine Rolle. Dieses Prinzip kann auch nur auf den ganzen Körper angewendet werden (Eiskunstlauf) und ist in der Drehtechnik bei der Umverteilung der Rotationsenergie (oben – unten) nur hinderlich. Januar 2011



Österreich - ÖLV

Seit 5 Jahren arbeite ich mit dem besten ÖLV-Kugelstoßer, Martin Gratzer, zusammen. In dieser Zeit habe ich natürlich auch den ÖLV mit all seinen Schwächen und manchmal auch Stärken kennengelernt. Ich helfe gern mit meinen Fähigkeiten und Möglichkeiten diesen Verband voran zu bringen. Das es finanziell nicht die gleichen Bedingungen wie in Deutschland gibt, ist das geringste Problem. Es gibt sehr engagierte Sportfreunde, die versuchen aus diesen "bescheidenen Bedingungen" Optimales zu machen.
Es kann aber nicht sein, dass organisatorische Unzulänglichkeiten die Einsatzfreude der Sportler ausbremst. Auf der Internetseite des ÖLV war im Herbst (28.09.10) zu lesen, dass es in der Funsporthalle in Wien im Winter auch für die Werfer möglich sein wird, regelmäßig trainieren zu können. Martin Gratzer hat sich darauf verlassen. Erst gab es keinen Kugelstoßbalken am Wurfkreis, was für den Trainingsprozess ein Problem darstellt. Aber es gibt noch eine Steigerung. Martin war Anfang Dezember bei mir in Deutschland zum Training. Danach hat er in Wien keinen einzigen Kugelstoß absolviert, da in der Funsporthalle wieder gebaut wurde. Am 19. Dezember fand sein erster Wettkampf statt, bei dem er mit 18,08 m noch ein achtbares Ergebnis erzielte. Planmäßiges Training ist unter diesen Bedingungen nicht möglich und die erhofften Leistungen können so nicht erbracht werden. Für einen B-Kader des ÖLV ist dies keine Förderung, sondern
Leistungsverhinderung! Januar 2011


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü